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Ich habe gerade nach langem mal wieder einen ebay-Einkaufsflash erlitten. *g* Stickgarn und drei weitere alte Burdahefte (diesmal aus den 60ern, die ich für meine persönliche Garderobe vielleicht noch ein kleines wenig lieber habe als die 50er). Und ein altes (1982) Stickerei-Buch. Ich hab auch ein ähnlich antiquiertes Buch über Stricken und Häkeln und die Modelle darin strahlen so viel Kindheit und Nostalgie aus, nicht weil ich sowas gehabt hätte, aber die späten Siebziger/frühen Achtziger machen mich immer weichherzig. Insofern dürfen Handarbeitsbücher für mich gerne aus einer anderen Zeit stammen. Fürs Herz :)


Passend dazu kann ich über mein aktuelles Nähabenteuer berichten. To boldly go... und so weiter ;)
Ich hatte ja erwähnt, dass ich eine sogenannte "kleine Couturejacke" für das Frühjahr brauche (ja, "brauche" ;)). Also ein halbdreiviertellangärmliges zierliches Jäckchen mit anspruchsvollerem Schnitt. Gerne etwas an-ge-retro-t.

Und als ich dann nochmal meine Burda 5/63 durchschaue fällt mir ein ähnliches Modell auf. Und der Schnitt hat mich gleich für sich eingenommen. Seit ich in der fantastischen Uli Richter Ausstellung war, stehe ich ja auf unerwartete Schnittführung und dramatische Abnäher. Und eine Jacke bei der es nur 4 Schnittteile gibt zu denen Kragen, Seite, Keil und ein wildes kombiniertes Vorder-Rücken-Teil mit angeschnittenen Ärmeln zählen muss ich einfach lieben. :D
Es ist im übrigen eins der "Schlagermodelle für Mai" *hihi*

Also habe ich das mal in Angriff genommen. So ins Blaue. Das kann jetzt total gut werden oder total scheitern. Mein erster "vintage" Schnitt.



Problem bei der Jacke ist: Sie ist in Größe 44 (damals gabs noch nicht die Mehrgrößenschnitte) und damit zu groß (selbst wenn man die erstaunliche Maßtabelle der 60er Jahre zugrunde legt in der Größe 44 sage und schreibe 98-78-108 ist. Zum Vergleich, heute ist 44 bei Burda 100-82-106!) 98 cm Brustumfang kriege ich auch mit gutem Willen nicht zusammen. Also werde ich ein Probestück nähen und das dann hoffentlich sinnvoll verkleinern können.

Bis jetzt habe ich mich erstmal nur durch das Gewirr der damaligen Schnittbögen gekämpft und den Schnitt übertragen. (Burda: "Der Farbschnittbogen ist durch die Zweifarbigkeit klar und übersichtlich")


(Die Anleitung habe ich kopiert um nicht das prähistorische Heft die ganze Zeit zu zerknüllen, ich liebe diese Funktion an meinem Drucker :D)

Es gibt ein paar Dinge die unkomfortabel sind wenn man an moderne Burdas gewöhnt ist, aber bisher nichts weltbewegendes. Die Arbeitsanleitungen sind eher... öhm... knapp gehalten. Das ist nichts für Leute die schon mit den ausführlichen Burdatexten nicht klarkommen. Aber damit hatte ich noch nie Probleme, also bin ich frohen Mutes. Und improvisieren kann ich auch.

Was absolut ober-niedlich ist, sind die kleinen Modellzeichnungen in der Arbeitsanleitung:



Wie sie die Jacke auf einem kleinen Bügel hält... waaaah! *schmelz*


Ich bin also sehr gespannt wie ich klarkomme. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und über die Hindernisse und Eigenarten eines über 40 Jahre alten Schnitts informieren :)


* Es gibt tatsächlich Sternzeit-Umrechnungprogramme. Aber wer hätte etwas anderes erwartet? ;)

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2 Kommentare:

Am/um 9. März 2008 00:38 , Anonymous Java meinte...

Oh, das Projekt werde ich gespannt mitverfolgen :-)
Habe auch drei 60er Jahre Nähzeitschriften ersteigert (allerdings keine Burda). Besonders die Größenanpassung stell ich mir frickelig vor, bin gespannt wie du das löst und wie das Endergebnis wird :-)

 
Am/um 9. März 2008 11:17 , OpenID miezmiezmiez meinte...

Computerblogbuch! *löl* Da hätte ich ja drauf warten können.. *prust*

Bin gespannt auf Projekt "Burda Antik". Sowas würde ich auch gerne mal machen. Aber vielleicht nähe ich erstmal überhauptwas nach einem modernen Schnitt aus der Burda (Trenchcoat, ich komme!).

 

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