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Samstag, 12. Juli 2008 - 21:10 - Weniger ist schwer

Wobei weniger in diesem Fall auch "gar nichts" sein kann, denn so ganz ohne Blog ist das schon blöd. Ich beziehe mich im Titel zwar auf den Rock (s.u.) aber den N&S-Serverkomplettausfall wollte ich immerhin mal kurz erwähnt haben. Dass das Forum mal ein paar Tage nicht erreichbar ist, macht viele Leute schon mehr oder weniger kirre, das weiß ich. Ich werde erst nervös wenn die Page länger offline ist. In meiner Welt steht die Page immer ganz vorne am N&S-Projekt, sie ist das Herzstück von dem alle anderen Dinge, darunter das Forum, abzweigen. Insofern kann ich ohne Forum besser leben also ohne Page. Aber ganz ohne jedwede Webinhalte, ohne überhaupt irgendeine Daseinsforum im Internet ist es tatsächlich etwas unheimlich. Ich stelle erstmal fest, dass tatsächlich 8 von 14 Schnellstartlinks in meinem Browserheader ohne N&S sinnlos sind. Und, Mann! Was hätte ich bloggen können! Ihr wisst ja nicht was ich zu erzählen habe! Nein, eigentlich sind es keine Weltneuheiten, aber es wären immerhin zwei Einträge gewesen. Das gibts jetzt alles heute, bereitet euch auf einen fetten Post vor.

Der Server wurde übrigens nicht "gehackt". Wir hatten ein Problem mit Spamangriffen und wurden deswegen abgeschaltet. Jetzt ist der Server neuinstalliert und wir arbeiten im Moment daran, alles neu einzurichten, aufzuspielen und die Sicherheitslücke zu finden. Bevor das nicht geschehen ist werden verschiedene Teile des Projekts nicht wieder oder nicht voll funktionsfähig online gehen. Ich weiß, dass das auch eure Nerven unter Umständen strapaziert, und ihr könnt euch sicher sein, dass es uns nicht besser geht. Wir bitten um etwas Geduld.


Jetzt aber zurück zum eigentlich Thema dieses Posts:

Ich habe den Schnitt für den berühmten "Rock ohne Eigenschaften" gemacht. Wir erinnern uns: Ich "brauche" einen ganz schlichten, ganz schwarzen Rock der quasi zu allem passt aber trotzdem nicht langweilig ist. Das hat mich umgetrieben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein kann, etwas schlichtes zu entwerfen. Hat auch wieder mal nicht ganz geklappt. Ich sage nur, er besteht aus insgesamt 9 verschiedenen Schnittteilen und da ist das Futter noch nicht eingerechnet. Und vielleicht mache ich sogar... *flüster* Paspeln. :D

Ich habe übrigens den Musil nicht gelesen. Noch nicht.



Der Schnitt (in der Zeichnung oben links) basiert auf der gleichen Grundlage wie der Twiggy-Rock der momentan einer meiner Lieblingsröcke ist. Als Stoff verwende ich den Rest der 1963-Jacke also einen weichen schwarzen Köper.


Da die Falten hier gut platziert sein müssen habe ich sie richtig konstruiert. Das ist zwar eine Deppenarbeit ("Zwei Schritte vor und einer zurück"), aber machbar.
Dabei wird aus wenig (Schnittteil) viel (Zeichnung) was man dann wieder zu wenig zusammenfalten kann (unteres Bild).






Dann ahbe ich mich doch für Paspeln entschieden. Die geben einfach ein schönes und sauberes Gesamtbild und einen kleinen Schliff. Selbst wenn (oder auch gerade weil) sie nur schwarz-auf-schwarz sind. Wie ich die Paspeln mache und aufnähe habe ich mal dokumentiert, wo wir gerade dabei sind.

Man braucht: Schrägband und eine Schnur in der gewünschten Dicke. Von beidem schneide ich die gewünschte Länge schon mal ab. Man kann natürlich auch erstmal Paspelband am laufenden Meter herstellen.



Das Schrägband falte ich auseinander und lege die Schnur in die Mitte, so dass sie vom Band umschlossen wird. Das fixiere ich mit Stecknadeln.



Dann steppe ich direkt neben der Schnur entlang, dazu eignet sich der Reißverschlussfuß.



Das sieht dann so aus:



Das Band stecke ich auf den Stoff auf, dabei läuft die Naht die ich gerade gemacht habe genau entlang der aufgezeichneten Nahtlinie (die Markierung ist natürlich auf der Rückseite des Stoffes). So weiß ich dass die Paspel genau platziert ist und kann mich später bei Zusammennähen daran orientieren.



Dann nähe ich die Paspel ein Stück *daneben* fest (also auf der Nahtzugabe). Das kann man auch von Hand heften, ich machs mit der Maschine weils schneller geht. Bei komplizierten Rundungen und ähnlichem empfiehlt sich Heften allerdings.



Jetzt können die beiden Stoffteile wie üblich zusammengenäht werden. Allerdings verwende ich dabei wieder den Reißverschlussfuß und nähe direkt neben der Schnur (im Idealfall trifft man dabei genau die Naht mit der man die Schnur in die Paspel genäht hat).



Wenn es fertig ist, kann die Paspel auf eine der beiden Stoffseiten "geklappt" werden. Ich fixiere die Bandenden noch an beiden Enden indem ich ein paar mal hin und her drüber nähe (auf der Nahtzugabe). So kann die Schnur nicht versehentlich rausrutschen.



Das wars. Schnurpaspeln sind deswegen einfacher (oder zumindest empfinde ich das so) weil man sich an der Dicke der Schnur orientieren kann und sie daher viel einfacher gleichmäßig breit wird. Durch die Verwendung von Schrägband kann man auch geschwungene Kanten gut mit Paspeln verzieren. Wer das noch nie gemacht hat sollte es mal probieren, ein wirklich schöner Effekt und einfacher als man denkt.


Die aufwändigsten Teile an dem Schnitt sind die Faltenbesätze an den Taschen (ja, es sind Taschen). Die Falten habe ich abgesteppt, damit sie glatt liegen und auch nach der Wäsche noch da sind. Mit Paspel sieht das dann so aus:



Und wenn man die Vorder- und Rückteile und die Seite zusammensetzt wirds schon ganz ansehnlich.



Auch von innen (man beachte den mickirgen aber vorhandenen Taschenbeutel).



Paaaaspeln! *schmacht*




Für die letzte noch fehlende Seite brauchte ich erstmal einen Reißverschluss. Der wurde dann wie immer eingenäht: Naht zuheften, Nahtzugaben auseinanderklappen, Reißverschluss drunter heften und mit dem Reißverschlussfuß rundherum einnähen.



Dadurch, dass ich etwas Weite "angeschoben" habe ist der Reißverschluss sogar richtig gut verdeckt.





Damit ist das Röckchen anprobierbar und sieht schon ziemlich gut aus:




Den Saum habe ich inzwischen noch gemacht und ein paar Gürtelschlaufen. Es fehlt noch eine läppische Naht am Bund, dann ist er fertig. Davon gibts dann Bilder wenns soweit ist. Auf ein Futter verzichte ich vorerst weil ich kein passendes da habe und den Rock morgen schon anziehen will.

Auf jeden Fall hat das bis auf ein paar Denkausfälle von mir gut geklappt und ist ziemlich genau so geworden wie ich dachte. Ob das jetzt der ultimative Rock ohne Eigenschaften ist, wage ich zu bezweifeln. Soda hat schon vorgeschlagen, ich solle mir einfach mal einen ganz schlichten *kaufen*. Klingt nach einer machbaren Idee ;) Nichtsdestotrotz ist das hier ein schönes Röckchen!






Und noch ein Grund zur Freude:



Morgen sehe ich Alice Cooper! *happyhappyjoyjoy* Für mich das dritte Mal, für meinen Freund das erste. Aber ich glaube er ist sich der Denkwürdigkeit dieses Ereignisses noch nicht so richtig bewusst. Ich meine... Alice Cooper!! Wir sind unwürdig! (Ja, ich *liebe* diesen Film :D)

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Freitag, 20. Juni 2008 - 01:02 - Shirt2Rock Tutorial

"Tutorial"? Seit wann nennen wir das nicht mehr "Anleitung"? ;)

Egal. Hier die versprochene Anleitung zu diesem Rock.

Tshirt-2-Rock


Wie man aus einem T-Shirt einen Rock macht.

Vorher





Nachher





Man braucht:


  • Ein T-Shirt, das nicht unbedingt viel zu groß sein muss. Meins war Größe M. Nur zu klein sollte es nicht sein.

  • Wäschegummi, also Gummiband mit Spitzenkante. Wahlweise ganz normales Gummi zum einziehen oder annähen. Etwa 80 cm.

  • Nylonfaden (Angelsehne)



So geht's:


Wenn das Shirt neu ist, wird es erstmal vorgewaschen, sonst kann es böse Überraschungen geben was die spätere Passform angeht. Auch Baumwolljersey läuft ein!

Die Transformation zum Rock beginnt mit dem beherzten Griff zur Schere. Als erstes werden die Ärmel rausgeschnitten. Man kann auch die Nähte auftrennen, ist aber nicht unbedingt erforderlich. Dicht neben der Naht (auf der Shirtseite, nicht auf dem Ärmel) entlangschneiden. Das macht sich besser, wenn man beide Stofflagen einzeln schneidet.

Schnitt 1, Ärmel ab

Die Ärmel können zur Seite gelegt werden, die brauchen wir erstmal nicht mehr. Das ärmellose Shirt wird jetzt weiter zerschnitten.

Denkt (oder zeichnet) euch eine waagerechte Linie die direkt unter dem Halsbündchen entlangläuft. Dort wird vorne und hinten der obere Teil des Shirts abgeschnitten. Ebenso entlang einer weiteren waagerechten (parallelen!) Linie etwa 20 cm weiter unten. Die Höhe dieses Streifens könnt ihr am Aufdruck des Shirts orientieren (ich habe versucht den Schriftzug ganz zu lassen). Das wird später der Bund/Sattel.

Es ist wichtig, dass ihr wirklich gerade und parallel schneidet, sonst wird nachher alles schief. Messt euch die Abstände aus und zeichnet euch Markierungen auf das Shirt.

Bund zurechtschneiden

Die Schulterpartie des Shirts kann auch weggelegt werden, brauchen wir jetzt nicht. Die Seiten der beiden Bundstreifen die ihr jetzt habt sind vermutlich etwas schräg vom Ärmelloch. Das bitte einmal begradigen. Wer ein sehr großes Shirt hat, schneidet die Streifen auf eine Breite die dem halben Hüftumfang minus einer Stretchzugabe entspricht (einfach mal an einer Seite zusammenstecken und anprobieren, dann wisst ihr die Länge). Bei Größe M hat das bei mir gut gepasst, so wie es war. Ganz eng muss der Bund nicht sein, dafür haben wir noch das Wäschegummi.

Die beiden Streifen werden jetzt an den schmalen Seiten zusammengenäht und bilden so einen Ring. Verwendet einen Stretchstich oder einen schmalen Zickzack, damit die Naht später nicht reißt. Wer eine Overlockmaschine hat, freut sich. Normalerweise franst T-Shirtmaterial nicht aus, ihr müsst also nicht groß versäubern (vor allem nicht wenn ihr eh mit Zickzack arbeitet), aber wer sich unsicher ist, kann das natürlich tun.

Weiter gehts mit dem Rest des Shirts. Messt die Höhe aus (ohne den Saum) und halbiert sie. Dort schneidet ihr das Shirt einmal waagerecht durch. So ergeben sich zwei gleich hohe Ringe (an einem ist der Saum dran, den kann man aber auch gleich knapp abschneiden).

Rockteil schneiden

Die beiden Ringe werden an einer Seitennaht aufgeschnitten. Nicht alle T-Shirts haben Seitennähte, aber wenn keine da ist, denkt euch eine. Die Naht schneidet ihr komplett raus, die brauchen wir nicht. Jetzt haben wir zwei längliche Rechtecke. Die Höhe entspricht dem gerüschten Teil des Rockes und ergibt mit den 20 cm des Bundes (oder was immer euer Maß ist) die gesamte Rocklänge. Bei mir sind das 20 + 25 cm. Davon geht natürlich noch etwas Nahtzugabe ab. Wenn ihr den Rock kürzer wollt, ändert das lieber erst wenn ihr beide Teile zusammengenäht habt.

Die beiden Rechtecke werden genau wie der Bund an den schmalen Seiten zusammengenäht. Das ist jetzt natürlich viel zu weit und wird daher gerüscht.

Zum Rüschen von Stoffbahnen gibt es verschiedene Möglichkeiten, hier zeige ich euch eine ganz einfache. Man braucht den Nylonfaden und einen breiten Zickzackstich. Mit dem Zickzack näht ihr über den Nylonfaden, so dass er von der Naht quasi eingeschlossen wird. Dann kann der Stoff später auf dem Faden zusammengeschoben werden und kräuselt sich.

So eine Naht macht ihr jetzt entlang der oberen Kante des Rockteils, einmal rundherum. Passt am Anfang auf, dass der Nylonfaden nicht wieder unter der Naht rausrutscht, es hilft einen Knopf oder ähnliches anzuknoten.

Nylonfaden

Warum Nylonfaden? Der hat verschiedene Vorteile. Erstmal kann man ihn mit der Maschine nicht festnähen. Er rutscht unter der Nadel weg und liegt so immer frei. Einen Wollfaden könnte man aus Versehen festnähen und dann später den Stoff nicht mehr zusammenschieben. Es ist übrigens auch nicht tragisch, wenn der Nylonfaden mal seitlich unter dem Zickzackstich wegrutscht, solange das nur kleine Stellen sind, tut das der Sache keinen Abbruch. Zweiter Vorteil des Nylonfadens: Er ist reißfest und hält auch große Mengen Stoff und starke Belastung aus. Und noch ein Vorteil, er ist ganz glatt und rutscht auf Stoff gut. So rüscht es sich quasi von alleine.

Wenn ihr einmal rum seid, könnt ihr den Nylonfaden anziehen und den Stoff auf die gewünschte Weite zusammenkräuseln. Das ist in diesem Fall die Weite des Bundes.



Wenn ihr die richtige Weite habt, verknotet die beiden Enden des Nylonfadens. Jetzt verteilt ihr die Rüschen gleichmäßig rundherum. Markiert euch an der untenen Kante des Bundes vorne und hinten die Mitte. Zusammen mit den Seitennähten sind das vier Punkte. Diese vier Punkte entsprechen am Rockteil den vier Nähten (Es sind nur zwei Nähte wenn ihr keine Seitennähte im Ursprungsshirt hattet. Dann markiert euch zusätzlich die nicht aufgeschnittenen Seiten). Diese Punkte müssen aufeinander treffen wenn ihr jetzt den Rockteil an den Bund steckt. Steckt sie zuerst aufeinander (welche wohin kommt ist eurem Geschmack und dem Muster des Shirts überlassen) und dann die restlichen Strecken dazwischen. So wird der Rockteil schön gleichmäßig.

Fertig mit Stecken? Einmal hochhalten und prüfen ob alles gleichmäßig, gerade und schön ist. Notfalls korrigieren. Dann mit Elastikstich oder Zickzack nähen. Erst danach wird der Nylonfaden entfernt.

Das sieht schon ganz wie ein Rock aus. Jetzt fehlen noch die Säume. Zuerst oben am Bund. Auftritt Wäschegummi!

Wäschegummi

Das sieht so aus und man erkennt dass ich 3 m davon habe. Soviel brauchen wir nicht. Schneidet ein Stück ab, das mit etwas Zug um eure Hüfte reicht (bzw dort herum wo der Rock später sitzen soll). Wie lang das Stück tatsächlich sein muss hängt auch vom Zug des Gummis ab. Macht es nicht zu locker, sonst rutscht der Rock.

Ich erkläre erstmal wie ich das Wäschegummi angenäht habe. Zu anderen Möglichkeiten kommen wir danach.

Jetzt ist die Zeit gekommen in der ihr die engültige Höhe des Bundes festlegen müsst. Schneidet also ggf etwas ab, aber so dass noch etwas Nahtzugabe übrig bleibt. Auf die Nahtzugabe wird das Wäschegummi genäht, und zwar auf die rechte Seite des Stoffes (also außen). Klingt erstmal komisch, macht aber später Sinn. Und zwar mit der Spitzenkante nach unten zeigend (Richtung Rockteil) und der weicheren Seite sichtbar (wenn das Gummi eine weiche und eine glatte Seite hat). Die Spitzenkante sollte dort liegen wo später auch tatsächlich die Oberkante des Rocks sein soll. Also falls ihr euch da eine Linie aufzeichnen wollt.

Das Wäschegummi wird gedehnt aufgenäht. Dazu müsst ihr es erstmal gedehnt aufstecken. Das macht man zum Beispiel so: An einer Seitennaht ein Ende feststecken und das andere überlappend darüber. Darauf achten, dass das Gummi nicht in sich verdreht ist. An der gegenüberliegenden Seitennaht die Mitte des Gummis (ausmessen!) feststecken. Vorne und hinten mittig jeweils die entsprechende Mitte des losen Bandes feststecken und sich so weiterarbeiten bis das Band an genügend Punkten festgesteckt ist. Zum Annähen habe ich einen Stich benutzt der wie ein Zickzack aussieht, nur dass jede Linie aus drei Stichen besteht. Der ist ideal für Gummiband. Wer sowas nicht hat nimmt einen normalen Zickzack etwas schmaler als das Band. Die Naht beginnt an der Seite wo die Enden des Gummis überlappen. Beim Nähen wird der Gummi immer schrittweise (bis zur nächsten Stecknadel) auf die Länge des Stoffes gezogen. Näht langsam und konzentriert, dann klappt das.

Spitzenkante

Jetzt haben wir ein Gummi außen auf dem Bund. Das ist noch nicht das was wir wollen. Die überstehende Nahtzugabe neben dem Gummi könnt ihr schon mal abschneiden. Dann klappt ihr das Gummi nach innen um. Jetzt ist die Spitzenkante hinter dem Stoff sichtbar (siehe oben). Ah, das macht Sinn! Steckt diese Kante nochmal mit einigen Nadeln fest und näht sie ebenfalls fest. Dabei muss der Stoff wieder gedehnt werden, aber da das Gummi ja schon fest ist, ist es einfacher. Selber Stich wie eben, einmal rundherum, fertig! Das war doch gar nicht so kompliziert, oder? Und sieht ordentlich und gut aus.

Wer kein Wäschegummi hat, kann diese Methode auch mit normalem Gummiband machen. Dann könnt ihr im ersten Schritt das Gummi auch auf die Innenseite des Stoffes nähen, so ist es später auf jeden Fall unsichtbar.

Andere Möglichkeit ist natürlich, die Nahtzugabe etwas länger zu lassen, nach innen umzufalten und so anzunähen, dass ein Tunnel entsteht in den ein Gummiband eingezogen werden kann. Dann müsst ihr nur folgendes beachten: Lasst die Tunnelnaht erstmal an einer kurzen Stelle offen (vielleicht 5 cm). So könnt ihr das Gummi einziehen. Probiert dann den Rock an und legt die Länge des Gummis fest. Passt auf, dass er sich im Tunnel nicht verdreht. Die Enden des Gummibandes werden aus der Lücke in der Naht rausgezogen und aufeinander genäht. Dann kann die Lücke geschlossen werden.

So, der Bund ist jetzt fertig. Jetzt noch der untere Saum. Den kürzt ihr, wenn gewünscht, auf die richtige Länge, schlagt ihr doppelt nach innen um und näht einmal mit einem Zickzack rundherum. Einfacher ist es mit der Overlock, die kettelt die Kante einfach so ab.

Kleine Zugabe: Gürtelschlaufen. Wer noch Lust hat, kann Gürtelschlaufen an den Bund nähen. Dazu schneidet ihr aus den Ärmeln oder der Schulterpartie des Shirts vier Streifen aus. In der gewünschten Breite x 2 und der gewünschten Länge plus 4 cm. Die langen Seiten faltet ihr nach hinten um, so dass der Streifen nur noch halb so breit ist und näht einmal mittig mit einem breiten Zickzack drüber. Wer will kann natürlich auch extra Zugaben geben und einen Tunnel nähen der dann gewendet wird. Das bleibt euch überlassen. Die kurzen Seiten können jedenfalls offen bleiben.

Angenäht werden die Gürtelschlaufen jeweils etwa 10 cm von den Seitennähten entfernt vorne und hinten (oder dort wo ihr sie für sinnvoll haltet). Zuerst wird die obere Kante angenäht, knapp unterhalb der Spitzenkante des Wäschegummis. Legt die Gürtelschlaufen mit der Rückseite sichtbar auf die Bundkante so dass sie gerade 2 cm auf den Bund raufreichen. Mit einem normalen Steppstich mehrmals hin und zurück annähen, direkt neben der Wäschegummispitze. Dann klappt ihr sie herunter, auf den Bund rauf. Die untere Kante nähe ich so an, dass ich die Nahtzugabe (2 cm) umfalte und direkt an dem Knick mit einer Stecknadel befestige. Dann rolle ich den Bund etwas ein, so dass ich mit dem Nähmaschinenfuß gut in die Gürtelschlaufe reinkomme (siehe Bild unten) und nähe sie dort wo die Stecknadel sitzt ebenfalls an. Die Nahtzugaben können dann kurz abgeschnitten werden.

Gürtelschlaufen annähen

Und das wars, fertig ist der Rock! :)

Variationen/Tipps:


  • Geht super mit zu großen Werbeshirts, Bandshirts und ähnlichem. Aber natürlich kann man die Stücke auch aus Jerseystoff ausschneiden. Der Rockteil sollte dann (in der Weite) mindestens zwei mal so lang sein wie der Bund, damit es sich schön kräuselt.

  • Wer noch ein zweites Shirt oder Jerseyreste hat kann nach dem selben Prinzip noch eine zweite Rüsche in einer anderen Länge anbringen oder den Rock gestuft machen (zweite Stufe wieder mindestens doppelt so weit wie die erste).

  • Den Rockteil kann man auch zipflig zuschneiden und/oder aus den Ärmeln zusätzliche "Fetzen" schneiden die mit angerüscht werden.

  • Keine Angst davor, Motive zu zerschneiden! Es wirkt viel lässiger wenn nicht mehr alles genau zu erkennen ist.

  • Zusätzliches Volumen bringt eine Lange Tüll unter dem Rock. Einfach mit raffen und annähen.





Ich werde das bei nächster Gelegenheit auch auf die Page stellen, aber solange schon mal hier. Soll sich ja auch mal lohnen mein Blog zu lesen ;)

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Ich habe gerade nach langem mal wieder einen ebay-Einkaufsflash erlitten. *g* Stickgarn und drei weitere alte Burdahefte (diesmal aus den 60ern, die ich für meine persönliche Garderobe vielleicht noch ein kleines wenig lieber habe als die 50er). Und ein altes (1982) Stickerei-Buch. Ich hab auch ein ähnlich antiquiertes Buch über Stricken und Häkeln und die Modelle darin strahlen so viel Kindheit und Nostalgie aus, nicht weil ich sowas gehabt hätte, aber die späten Siebziger/frühen Achtziger machen mich immer weichherzig. Insofern dürfen Handarbeitsbücher für mich gerne aus einer anderen Zeit stammen. Fürs Herz :)


Passend dazu kann ich über mein aktuelles Nähabenteuer berichten. To boldly go... und so weiter ;)
Ich hatte ja erwähnt, dass ich eine sogenannte "kleine Couturejacke" für das Frühjahr brauche (ja, "brauche" ;)). Also ein halbdreiviertellangärmliges zierliches Jäckchen mit anspruchsvollerem Schnitt. Gerne etwas an-ge-retro-t.

Und als ich dann nochmal meine Burda 5/63 durchschaue fällt mir ein ähnliches Modell auf. Und der Schnitt hat mich gleich für sich eingenommen. Seit ich in der fantastischen Uli Richter Ausstellung war, stehe ich ja auf unerwartete Schnittführung und dramatische Abnäher. Und eine Jacke bei der es nur 4 Schnittteile gibt zu denen Kragen, Seite, Keil und ein wildes kombiniertes Vorder-Rücken-Teil mit angeschnittenen Ärmeln zählen muss ich einfach lieben. :D
Es ist im übrigen eins der "Schlagermodelle für Mai" *hihi*

Also habe ich das mal in Angriff genommen. So ins Blaue. Das kann jetzt total gut werden oder total scheitern. Mein erster "vintage" Schnitt.



Problem bei der Jacke ist: Sie ist in Größe 44 (damals gabs noch nicht die Mehrgrößenschnitte) und damit zu groß (selbst wenn man die erstaunliche Maßtabelle der 60er Jahre zugrunde legt in der Größe 44 sage und schreibe 98-78-108 ist. Zum Vergleich, heute ist 44 bei Burda 100-82-106!) 98 cm Brustumfang kriege ich auch mit gutem Willen nicht zusammen. Also werde ich ein Probestück nähen und das dann hoffentlich sinnvoll verkleinern können.

Bis jetzt habe ich mich erstmal nur durch das Gewirr der damaligen Schnittbögen gekämpft und den Schnitt übertragen. (Burda: "Der Farbschnittbogen ist durch die Zweifarbigkeit klar und übersichtlich")


(Die Anleitung habe ich kopiert um nicht das prähistorische Heft die ganze Zeit zu zerknüllen, ich liebe diese Funktion an meinem Drucker :D)

Es gibt ein paar Dinge die unkomfortabel sind wenn man an moderne Burdas gewöhnt ist, aber bisher nichts weltbewegendes. Die Arbeitsanleitungen sind eher... öhm... knapp gehalten. Das ist nichts für Leute die schon mit den ausführlichen Burdatexten nicht klarkommen. Aber damit hatte ich noch nie Probleme, also bin ich frohen Mutes. Und improvisieren kann ich auch.

Was absolut ober-niedlich ist, sind die kleinen Modellzeichnungen in der Arbeitsanleitung:



Wie sie die Jacke auf einem kleinen Bügel hält... waaaah! *schmelz*


Ich bin also sehr gespannt wie ich klarkomme. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und über die Hindernisse und Eigenarten eines über 40 Jahre alten Schnitts informieren :)


* Es gibt tatsächlich Sternzeit-Umrechnungprogramme. Aber wer hätte etwas anderes erwartet? ;)

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Dienstag, 20. November 2007 - 19:58 - Der Hauch der Vergangenheit

Diese beiden Hefte (von 1959 und 1963) sind gerade in meinen virtuellen Ebay-Einkaufswagen gefallen. Yay!



Irgendwie habe ich den Eindruck als hat man sich vor 50 Jahren noch mehr Mühe mit aufwändigen Schnitten und durchdachten Details gegeben. Nichts gegen die Burda, die ist prinzipiell schon okay, nur sind halt die Schnitte jetzt meiner Ansicht nach meist eher auf einfaches Nacharbeiten optimiert, statt besonders clever oder ausgefallen zu sein. Das ist wahrscheinlich nötig um eine Schnittmusterzeitung am Leben zu erhalten, es befriedigt nur nicht immer meine Liebe zu ungewöhnlichen, neuen oder besonderen Details. Deshalb mal der Ausflug in die Vergangenheit.

Ich liebe zur Zeit mehr noch als die New Look Silhouetten der Fünfziger das typische gerade Hängerkleid der Sechziger (hatte ich nicht gerade was von anspruchsvollen Schnitten gesagt? ;)). Es gibt ja sooooo schöne Schnitte aus der Zeit. Ich darf gar nicht groß damit anfangen, denn *genau diese* Schnittmuster bekommt man natürlich kaum noch. Zum Glück kann man (ich, in dem Fall) viel davon mit etwas Erfahrung und Mühe selber zeichnen, aber ich habe auch gerne fertige Schnitte, weil die so viel weniger Arbeit machen. Und dann der Hauch der Vergangenheit! Die großen oder völlig trivialen Geschichten die solche Stücke mitbringen oder mitzubringen scheinen. Wer hat das mal gekauft? Wie hätte sie in den Sachen ausgesehen? Was hat ihr gefallen? Hat sie konkret irgendetwas davon geplant, zu einem bestimmten Anlass? Möglicherweise habe ich einfach zu viel Fantasie ;)

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